Campingplatz Journal
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My Tent is my Castle - was muss unbedingt in den Campingurlaub mit?

Camper sind bekanntlich Individualisten, die sich gerne als fern der Zivilisation agierende, verwegene und total unabhängige Menschen sehen.
My Tent is my Castle - was muss unbedingt in den Campingurlaub mit?Dennoch gibt es bei den Campern und dem, was sie auf ihre Tour mitnehmen, immense Unterschiede in der Ausstattung, die von "Zelt, Klampfe, Matte, drei Paar Socken, eine Jeans" zum Modell "Mit Palme, Kinderbett, Legosammlung und Fernseher" reichen kann. Was macht Sie persönlich froh, was brauchen Sie, um sich im Campingurlaub sauwohl zu fühlen?

Ein Campingurlaub ist grundsätzlich etwas Leichtes, das ohne allzu große Zwänge daher kommt.

So legen Sie im Urlaub auf dem Zeltplatz sicher als erstes Ihren sonst stets getragenen Schmuck und Ihr Make-up ab, Sie lassen Ihren Bart weit über das drei Tage Niveau hinaus wachsen und fühlen sich dabei wunderbar locker und lässig. Ah, endlich ohne den ganzen Ballast der Zivilisation sein, tut das gut!

Aber Sie haben sicher auch ein relevantes Set der Dinge, die Sie als unabdingbar erachten, denn sie sind Ihnen einfach lieb und wert. Fangen wir also mit einer Kategorie an Camping Extras an, die von Erwachsenen gerne schamhaft verschwiegen wird: den Kuscheltieren, auch aufwertend gerne Maskottchen genannt.

Welches Tier oder welcher sonstige Gegenstand ganz allgemein ist Ihnen wichtig, so wichtig, dass Sie ihn auch den Blicken der Zeltnachbarn hin und wieder aussetzen wollen? Ist es ein Diddl, eine Giraffe von Steiff oder ein Bär mit einer Krone, der Sie klar als Berliner zu erkennen gibt?

Ist es eine etwas oll wirkende Decke, die Sie heimlich, Achtung, Klischee, Ihre Schmusedecke nennen und sich Trost suchend an sie wenden, wenn Ihr so genannter Liebster vom Schmusen gerade gar nichts hält?

Wenn Sie in dieser Kategorie etwas haben, das für Sie unverzichtbar ist: Schämen Sie sich nicht, glauben Sie den Statistiken ruhig, die besagen, dass 95 Prozent aller Urlauber etwas mit sich führen, das nicht nützlich ist, nur "süß".

Und die übrigen 5 Prozent geben es nur nicht zu.

Pflanzen erfreuen die Psyche - auch im Campingurlaub 

Wenn Sie sich auf dem Campingplatz umsehen, werden Sie oft auch wahre Zäune aus Kirschlorbeer erblicken oder eine einzelne, ostentativ aufgestellte Palme, die den Vorplatz eines Wohnwagens ziert und für ein instant Karibik Feeling sorgen soll.

Ebenso finden sich an vielen Caravans außen ganze Heerscharen von Alutöpfen, die Geranien oder Primeln enthalten. Wie spießig, denken Sie vielleicht spontan, aber wenn Sie an Ihren Diddl im Zelt denken, müssen Sie zugeben, dass auch Primeln eine hohe emotionale Komponente haben können.

Zudem geben sie dem Besitzer einen Lebenssinn. Er kann die Primeln nämlich zwei Mal täglich wässern und ihnen gut zureden, damit sie nicht eingehen, wie das Sprichwort es besagt. Sehen Sie, jedes noch so absurd wirkende Stück kann auf dem Campingplatz seinen Wert für den Besitzer und Nutzer haben - und hat ihn auch.

Schicki Micki - die Sonnenliege aus Polyrattan

Nun kommen wir aber noch zu den Dingen, die vordergründig einen klar erkennbaren Sinn haben, auch auf dem Campingplatz, die aber dennoch heimliche Diddls sein können.

"Nicht ohne meine schicke Sonnenliege, mit der ich euch Mitcamper so richtig schön neidisch machen werde": So könnte der leicht abgewandelte Titel einer Aktion lauten, bei der ein winziger Smart mit dem Transport einer aberwitzig sperrigen Liege betraut wird, die die Fahrt extrem verlangsamt.

Am Ziel der Reise angekommen, geht für den Besitzer und Transporteur der Liege aber metaphorisch die Sonne auf. Wenn er sich die Finger eingeklemmt hat und leise fluchend endlich alles aus dem Smart heraus gepult hat, kommt sie, die Stunde der Luxusgüter.

Das kann eben die besagte Sonnenliege aus Polyrattan sein, die laut Werbung "leicht und Wetter abweisend" ist, ein Accessoire also, ohne das ein Camperleben möglich aber sinnlos ist.

Das kann auch der Vierertisch mit integrierten Stühlen sein, der nun schon seit 12 Jahren das Highlight darstellt. Wenn der erst mal steht, fängt das Camperleben an, aber so was von! Den Kartoffelsalat auf den Tisch, das Bier dazu, heia Safari, so schön haben wir es!

Machen Sie sich eine Liste

Sie haben das Prinzip nun verstanden und fangen an, auch Ihren Klorollenpudel aus dem Auto mit liebevollen neuen Augen zu betrachten. Wenn Sie in den Spirit voll eingeschwungen sind, machen Sie vor dem Urlaub eine Liste mit zwei Rubriken.

In die eine Rubrik tragen Sie so öde, da sinnvolle, Sachen ein wie:

  • Luftpumpe,
  • Heftpflaster,
  • Gascartouche.

In die andere Rubrik, die der "nice to haves", kommen:

  • Ihr Teddy mit dem abgeknabberten Ohr,
  • das etwas muffig riechende Kissen mit den kleinen Spiegeln drauf
  • und Ihre Opuntie, die Sie ganz stolz vor das Zelt stellen werden.

Gut so, markieren Sie Ihr Revier, statten Sie Ihr Zelt oder Ihren Wagen genau so aus, wie Sie es brauchen. Und wenn das Zelt eben voller Puppen ist, ist das so.

Das ist schließlich Ihr Zuhause auf Zeit. Möge es so schick, so kitschig oder voll sein wie Ihr echtes Zuhause auch!