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Das Campingplatz - Journal

Praxistipps

Gewitter beim Zelten - eine Gefahr?

Von Zeit zu Zeit erinnert Mutter Natur uns daran, welch ungezähmte Kraft in ihr steckt. 
Gewitter beim Zelten - eine Gefahr?Das Gewitter beim Zelten, als phänomenales Schauspiel mit Hochspannung, ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch gefährlich. Besonders beim Zelten kommt es auf das richtige Verhalten an, um unbeschadet das Donnerwetter der Natur zu überstehen.

Das Gewitter - Hochspannung aus den Wolken

Während eines Gewitters entstehen Blitze sowohl innerhalb der Wolken als auch zwischen Himmel und Erde. Unterschiedliche Ladungen bereiten der Spannung ihren Weg bis sie sich mit Hochgeschwindigkeit entlädt.

Richtet sich ein Blitz gegen die Erdoberfläche, wird es für den Menschen gefährlich. Dieser muss nicht einmal direkt getroffen werden.

Ein Einschlag in nächster Nähe kann ausreichen, denn der Strom wird durch den nassen Boden weitergeleitet. Daher besteht bei jedem Gewitter Gefahr für alle, die sich im Freien aufhalten.

Insbesondere Gewässer, Anhöhen und Bäume sollten gemieden werden, um nicht Teil der Blitzopfer zu werden.

Der Faradaysche Käfig - Sicherheit im Metallkorpus

Wenn möglich, sollten Sie bei einem Gewitter einen geschlossenen Raum aufsuchen.

Auf Campingplätzen bieten die Wasch- und Aufenthaltsräume Sicherheit.

Jedoch gilt es, während des Gewitters weder zu duschen, noch elektrische Geräte anzuschließen, da diese den Blitz anziehen können.

Besteht diese Aufenthaltsmöglichkeit nicht, bieten Autos und Wohnmobile auf Grund des Faradayschen Käfigs Sicherheit.

Die Spannung des Blitzes wird durch das Metallgestänge in den Boden abgeleitet und lässt die Insassen unversehrt. Berühren Sie keinesfalls leitende Bereiche, sonst kann die Spannung auf Ihren Körper überspringen.

Das Zelt bietet hingegen keinen Schutz vor Blitzen und ist daher ein sehr gefährlicher Ort.

Blitz und Donner im Zelt überstehen

Obwohl das Zelt keinen Schutz vor dem Blitz bietet, gibt es immer wieder Situationen, in denen Sie keine andere Wahl haben. Auf Mehrtageswanderungen oder wenn Sie nachts vom Gewitter überrascht werden, kann es zu spät sein, andere Möglichkeiten auszuloten.

In diesem Fall zeigt sich, dass der richtige Standort und das korrekte Verhalten lebensrettend sind.

Der sichere Standort fürs Zelt

Elementar für den Standort des Zeltes ist, den Blitz erst gar nicht anzuziehen.

  • Achten Sie daher darauf, nicht inmitten einer freien Ebene zu campen. Wenn Ihr Zelt weit und breit die höchste Erhebung ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Blitz genau dort einschlägt.
  • Direkt unter Bäumen ist ebenfalls keine gute Idee. Ein einzelner Baum zieht den Blitz magisch an und die Spannung kann bis in den Boden und zu Ihrem Zelt führen. Darüber hinaus besteht eine Gefahr durch herabstürzende Äste.
  • Eine lockere Ansammlung von Bäumen oder anderen natürlichen Erhebungen ist der beste Ort, ein Gewitter im Freien zu überdauern. Suchen Sie sich keinesfalls einen Platz auf einer Erhebung, unter Bäumen oder in direkter Wassernähe aus.
Als Faustregel gelten zehn Meter Abstand zu allen Bäumen.

In der Nähe von Nadelbäumen steigt der Sicherheitsabstand jedoch auf bis zu 30 Meter an, abhängig von der Größe des Baumes. Nadelgehölze sind Flachwurzler und können durch starke Böen, die ein Gewitter begleiten, leichter entwurzeln als Laubbäume.

Zelten bei Gewitter - Das Verhalten - gut überdacht

Die elektrische Spannung des Blitzes wird durch Metall und Feuchtigkeit gut geleitet. Daher sollten Sie weder den Boden noch das Metallgestänge bzw. die Zeltwände während des Gewitters berühren.

Versuchen Sie sich möglichst zentral im Zelt hinzukauern und die Isomatte als Isolationsschicht zu benutzen. Lagern Sie alle elektrischen Geräte möglichst weit entfernt vom Körper oder außerhalb des Zeltes. 

Die Gefahr - mehr als nur Blitze

Obwohl die Gefahr eines Blitzschlages real ist und keinesfalls verdrängt werden sollte, birgt ein Gewitter weitere Risiken. Starkregen und der Temperatursturz sind besonders zu beachten.

Stellen Sie daher Ihr Zelt auch niemals in einer Senke auf. Hier sammelt sich das Regenwasser und führt zu einer Überflutung. Die Nässe und die abrupte Kälte können besonders in Höhenlagen schnell zu Unterkühlungen führen und das selbst im Hochsommer.